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Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 vorgestellt

PKS 2019
Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 vorgestellt
Vor Medienvertretern aus der Region stellten Polizeipräsident Markus Röhrl und der Leiter der Direktion Kriminalitätsbekämpfung am 02. März 2020 die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vor.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Das bergische Städtedreieck ist sicher. So kurz und bündig ließe sich die Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Wuppertal zusammenfassen. Um diese für die Bürgerinnen und Bürger außerordentlich gute Nachricht mit Zahlen zu unterfüttern, stellte Polizeipräsident Markus Röhrl die Statistik am 2. März 2020 gemeinsam mit dem Leiter der Direktion Kriminalitätsbekämpfung Dietmar Kneib bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit im Detail vor.

Insgesamt lag die Zahl der Straftaten bei 46.933 und damit um 1556 (2018: 48 489) oder 3,2 Prozent niedriger als noch im Jahr zuvor. Hinter der Fallzahl, die 2015 sogar noch bei über 56.000 lag, stünden Schicksale, betonte der Leitende Kriminaldirektor Kneib: „Der Rückgang bedeutet fast 10.000 Opfer weniger. Diese Opfer sind es, die mich und meine Kolleginnen und Kollegen antreiben.“

Entsprechend sicher dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger fühlen. So ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, gesunken. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl – Anzahl der Delikte pro 100.000 Einwohner – liegt hier bei 7512. Von 18 Polizeipräsidien in NRW steht das PP Wuppertal damit an siebter Stelle. Bei der Aufklärungsquote ist 2019 ein Rückgang um 1,1 Prozentpunkte von 54,9 Prozent auf 53,8 Prozent zu verzeichnen.

Zahl der Wohnungseinbrüche auf historischem Tiefstand

Besonders erfreulich ist der Blick auf die Zahl der Wohnungseinbrüche und damit auf ein Delikt, das das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in hohem Maße beeinflusst. 2019 sank die Zahl der Wohnungseinbrüche noch einmal um 19 Prozent. 659 Mal wurde in Wohnungen eingebrochen, wobei es in 344 Fällen beim Versuch blieb. Das ist der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. „Das ist ein toller Erfolg“, stellte Polizeipräsident Markus Röhrl fest. Zumal sich die Aufklärungsquote in diesem Bereich 2019 um 0,7 Prozent auf jetzt 16,7 Prozent erhöhte.

Drastischer Rückgang bei Raubdelikten

Auch bei den Raubdelikten ist ein Rückgang um 85 Delikte (-17,4 Prozent) auf 403 Fälle zu verzeichnen. Bei den sonstigen Raubüberfällen auf Straßen, Wegen oder Plätzen – allgemein bekannt als Straßenraub – fällt der Rückgang mit rund 46 Prozent sogar noch drastischer aus. Im Vergleich zu 2019 sank die Zahl um 125 Fälle auf nun 146.

Anstieg bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Weniger erfreulich ist die Entwicklung im Bereich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Darunter fallen Vergewaltigungen ebenso wie der sexuelle Missbrauch von Kindern oder die Verbreitung pornografischer Schriften. Analog zum Landestrend stieg die Zahl 2019 um 71 Fälle oder 13,7 Prozent auf nun 591 Fälle. Der Anstieg hängt auch mit dem Medium Internet zusammen. Dessen Anonymität erschwert zum einen die Ermittlungsarbeit. Zum anderen verbreiten sich beispielsweise pornografische Schriften rasend schnell.

Hinzu kommen herausragende Fälle wie der des 83-jährigen Mannes, der im Juni 2019 wegen des Verdachts der Kinderpornografie am Dellbusch in Wuppertal festgenommen wurde. Bei den umfangreichen Ermittlungen wurde unter anderem Bildmaterial auf 50 Festplatten, mehreren Laptops und PCs sichergestellt, das vollständig gesichtet werden musste. „Dieses Verfahren hat uns außerordentlich belastet“, betonte Behördenleiter Röhrl und meinte damit sowohl den personellen als auch den mentalen Druck auf die Ermittler. So schlimm jeder einzelne Fall auch ist, so sind die gestiegenen Zahlen auch Ausdruck eines landesweit erhöhten Personaleinsatzes in dem Bereich. „Dadurch gelingt es uns, das Dunkelfeld aufzuhellen“, erläuterte Dietmar Kneib.

Ausblick 2020

Wie schon 2019 setzt das PP Wuppertal auch in diesem Jahr die Null-Toleranz-Strategie des Landes in Sachen Clan-Kriminalität um. Wurden 2019 in zahlreichen Schwerpunkteinsätzen 265 Strafverfahren eingeleitet, sollen die Maßnahmen in diesem Jahr die Zahl qualifizierter Verfahren weiter steigern. „Die Einsätze sind der richtige Weg. Auch, um Unruhe in die Szene zu bekommen“, stellte Markus Röhrl klar. Weitere Schwerpunkte liegen 2020 unter anderen in der Bekämpfung der politisch motivierten Kriminalität sowie der Kinder- und Jugendkriminalität.

Die detaillierte Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2019 sowie die Zahlen der vergangenen Jahre finden Sie im Downloadbereich auf der rechten Seite.

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