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Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2021 vorgestellt

Jahresverkehrsbericht 2021
Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2021 vorgestellt
Auch wegen der Corona-Einschränkungen bleiben die Unfallzahlen auf niedrigem Niveau. Die Zahlen der verunglückten Menschen geht sogar zurück. Sorgen machen hingegen die Pedelec Fahrenden.

Wäre die Kreispolizeibehörde (KPB) Wuppertal ein Fußballverein, dann wäre sie in Sachen Verkehrsunfallstatistik 2021 klar auf Europa-League-Kurs. Das jedenfalls spiegelt die Verunglücktenhäufigkeitszahl wider – also die Anzahl der verunglückten Menschen pro 100.000 Einwohner: Mit einem Wert von nur 271 liegt die KPB Wuppertal im Vergleich der 47 Kreispolizeibehörden in NRW auf einem sehr guten Tabellenplatz 5. Die Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, ist für die Bürgerinnen und Bürger im Bergischen Städtedreieck also gering.

„Der fünfte Rang ist auch deshalb so positiv zu bewerten, weil wir es in Wuppertal, Remscheid und Solingen mit großstädtischen Bereichen, und damit mit Bereichen, in denen es viel Verkehr gibt, zu tun haben“, ordnete Polizeipräsident Markus Röhrl bei der Vorstellung der Polizeilichen Verkehrsunfallstatistik am Montag, 14.03.2022, ein. Er zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des vergangenen Jahres.

Gesamtzahl der Verkehrsunfälle liegt trotz Anstieg auf sehr niedrigem Niveau

Zwar ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Wuppertal leicht um 2,11 Prozent angestiegen. Dennoch lag sie mit 22.922 auf einem im Langzeitvergleich sehr niedrigen Niveau. Die Zahl der verunglückten Menschen sank im  Vergleich zum Vorjahr  noch einmal um 4,61 Prozent, bei der Zahl der verunglückten Kinder betrug das Minus sogar 12,7 Prozent. „Der Anstieg bei den Gesamtunfallzahlen ist also vor allem durch mehr Unfälle mit Sachschäden zu erklären. Die sind ärgerlich und bedeuten für die Betroffenen oft viel bürokratischen Aufwand – sie sind mir aber immer noch deutlich lieber, als wenn ein Mensch zu Schaden kommt“, stellte die Leiterin der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Wuppertal, Tanja Veljović, klar.

Corona-Einschränkungen begünstigen die Entwicklung

Gleichwohl relativierte Polizeipräsident Röhrl die guten Zahlen auch: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten – wie schon 2020 – dazu beigetragen, die Zahl der Verkehrsunfälle gering zu halten. „Homeoffice, geschlossene Schulen, weniger Freizeitmöglichkeiten – das alles hat auch für weniger Individualverkehr gesorgt“, erklärte der Behördenleiter.

Mehr Unfälle unter Einfluss von Alkohol – repressive Maßnahmen müssen sein

Auffällig beim Blick in die Statistik ist der Anstieg der Unfälle, bei denen Alkohol als Ursache ermittelt wurde. Hierbei verzeichnete die Behörde ein Plus von 18,6 Prozent. „Dieses Thema ist nicht ausgestorben, da müssen wir genauer hingucken“, machte der Behördenleiter eine klare Ansage. Bei aller Prävention sei bei Themen wie Alkohol, Drogen oder der Handynutzung am Steuer eine kontinuierliche Repression wichtig. Ebenso beim Rasen. Deshalb sei die in den Medien aufgekommene Bewertung Wuppertals als „Blitzer-Hauptstadt“ auch keine Beleidigung, merkte er mit einem Schmunzeln an.

Bei illegalen Kfz-Rennen drohen empfindliche Strafen

Dies gilt auch für den Bereich der illegalen Kfz-Rennen. Seit 2017 gilt die Teilnahme an solchen als Straftat und nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit. „Es ist zwar nicht immer ganz einfach, ein Rennen vor Gericht nachzuweisen. Wenn es gelingt, sind die Strafen aber erheblich“, so Markus Röhrl. Die Konsequenzen für die Teilnehmer solcher Rennen reichen von langfristigem Führerscheinentzug über den Entzug des Fahrzeugs bis hin zu einer Freiheitstrafe von bis zu zwei Jahren.

Zahl der Pedelec-Unfälle steigt stark an

Ein geteiltes Bild liefert die Verkehrsunfallstatistik bei den Zweirädern. Während die Zahl der verunglückten Krad Fahrenden im vergangenen Jahr um 9,8 Prozent sank und sogar fast ein Viertel weniger Rad Fahrende an Unfällen beteiligt waren, stieg die Zahl der Verunglückten mit Pedelecs deutlich um 28,1 Prozent auf 82 an. Zurückzuführen ist die Entwicklung zum einen auf die Tatsache, dass viele Rad Fahrende im topographisch anspruchsvollen Bergischen Städtedreieck auf Pedelecs umgestiegen sind. Zum anderen aber auch darauf, dass die Geschwindigkeit von Pedelecs häufig unterschätzt wird. Und zwar sowohl von der Nutzerin oder dem Nutzer auf dem Sattel als auch von anderen Verkehrsteilnehmenden. Wer ein Pedelec nutzen möchte, sollte sich deshalb zunächst damit vertraut machen, rät Tanja Veljovic. 

 

Den detaillierten Jahresbericht 2021 sowie die Zahlen der vergangenen Jahre finden Sie im Downloadbereich auf der rechten Seite.

 

 

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